Private Altersvorsorge | Spezielle Altersvorsorge für Frauen
Gleich Vorab, Vorurteile bezüglich der Fähigkeiten von Frauen zur Geldanlage sind keinesfalls das Thema hier. Es gibt jedoch in der Tat einige Besonderheiten, die Frauen bei der privaten Altersvorsorge berücksichtigen sollten.
Die Problematik beginnt bereits mit der statistisch gesehen höheren Lebenserwartungen von Frauen. Diese ist beispielsweise Berechnungsgrundlage für die Ablaufleistungen einer privaten Rentenversicherung. Für den wahrscheinlich gesünderen Lebensstil werden Frauen bei diesen Policen nämlich bestraft. So rentiert sich eine durchschnittliche
private Rentenversicherung für eine Frau bei heutigem Abschluss nur dann, wenn sie ein Alter von mehr als 90 Jahren erreicht.
Schon aus diesem Grund ist auch für Frauen die
Riester Rente erste Wahl zum Aufbau einer
privaten Altersvorsorge. Hier gelten seit 2006 Unisex Tarife, Frauen haben also gesetzlich den gleichen Anspruch in Bezug auf die Rentenleistung wie Männer. Dennoch ist die Riester Rente unter Frauen weit weniger beliebt. Das könnte daran liegen, dass viele Frauen lediglich als Minijobber arbeiten oder ihre Arbeitskraft in den Dienst der Familie stellen. Dabei erhalten sie auch dann die attraktive Riester Förderung, wenn sie lediglich einen Tag im Jahr sozialversicherungspflichtig sind. Der einheitliche Sockelbeitrag von 60 Euro pro Jahr ermöglicht dann die Inanspruchnahme der staatlichen Förderung.
Natürlich können auch Frauen die selbst kein Einkommen haben einen Riester Vertrag abschließen, wenn Sie verheiratet sind und der Mann förderungsberechtigt ist. In dem Fall kann die Riester Rente auch als reiner Zulagenvertrag betrieben werden, eigene Einzahlungen müssen nicht verpflichtend geleistet werden.
Für Frauen bietet die Riester Rente eine flexible private Altersvorsorge und zudem unter Umständen eine interessante Absicherung. Bei Tod des Ehepartners in der Ansparphase kann das Vertragsguthaben auf die Frau übertragen werden, ohne dass der Betrag auf die Witwenrente angerechnet wird. Vorsicht gilt allerdings in Bezug auf die Grundsicherung. Wird diese unterschritten, werden Leistungen der Riester Rente angerechnet. In dem Falle wäre die Riester Rente eine ungünstige Wahl.
Frauen sind zudem häufig disziplinierter im Umgang mit Geld, als das bei Männern der Fall ist. Dafür weisen sie zuweilen eine Anfälligkeit gegenüber umweltschonenden bzw. nachhaltigen Geldanlagen auf. Diese eignen sich in der Regel nicht für die private Altersvorsorge. Die Spekulationen auf einen Branchenfonds Thema regenerative Energien ist zwar unter Umständen aussichtsreich, steht jedoch in keinem Verhältnis von Risiko und Ertrag.
Da Frauen zuweilen emotionaler in Entscheidungssituationen reagieren, gilt auch für sie: Ruhe bewahren! Einmalige Geldanlagen gibt es nicht, auch wenn ein Vermögensberater Sie dieses unter Zuhilfenahme von künstlichem Zeitdruck glauben machen möchte. Investieren Sie in Dinge, die Sie verstehen, auch wenn es ein Banksparplan ist. Rendite ist nicht immer alles, wichtiger ist, dass überhaupt gespart wird.