Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes steckt Deutschland rein technisch in einer Rezession. Im Vergleich zum 2. Quartal des Jahres 2008 fiel die Wirtschaftsleistung um 0,5%, so dass durch den zweiten Rückgang in Folge die Bedingungen einer Rezession erfüllt sind.
Der Hauptgrund für den Rückgang sei vor allem der schwächelnde Export gewesen, heißt es weiter. Dies konnte durch die leicht gestiegenen Konsumausgaben der Bürger nicht kompensiert werden. Die Experten hatten durchschnittlich nur mit einem Rückgang um 0,2% im dritten Quartal gerechnet, was zu entsprechenden Überraschungen führte. So sagte beispielsweise Sebastian Wanke, Ökonom bei der DekaBank, dass es nun keine Zweifel mehr an einer Rezession gebe. Trotzdem geht er davon aus, dass sich die Konjunktur bereits im zweiten Halbjahr 2009 wieder erholen wird.
Ralph Solveen von der Commerzbank ergänzte, dass alle Gegenmaßnahmen wie beispielsweise die Zinssenkungen erst gegen Ende 2009 Wirkung zeigen würden. Zudem sei der Ölpreis immer zu hoch, um eine wirklich ausgleichende Wirkung ausüben zu können.
Gleichzeitig forderten immer mehr Wissenschaftler, ein effizienteres und vor allem größer angelegtes Konjunkturprogramm zu schnüren. Erst gestern gab der Sachverständigenrat in seinem Jahresgutachten die Empfehlung, bis zu 1,0% des Bruttoinlandsprodukt ind den Straßenbau zu investieren, um die Wirtschaft anzukurbeln.
