Man erwartet sicherlich nicht neben dem Wochenendeinkauf auch noch in die Verlegenheit zu kommen eine Versicherung abzuschließen. Aber genau das könnte bald das Normalste der Welt sein. Egal ob Lidl, Aldi, oder Norma. Alle diese Unternehmen könnten bald in ihren Regalen fertige Verträge ausgewählter und kooperierender Versicherungen stehen haben. Vorreiter dieser Entwicklung ist die Versicherungsgesellschaft Arag, die mit der Nummer drei auf dem Discountermarkt, mit Penny, eine Kooperation geschlossen hat und jetzt über die Filialen der Supermarktkette ihr Versicherungsprodukte vertreibt. Den Anfang machte die Arag mit Rechtsschutzversicherungen. Ein Sprecher des Unternehmens begründet diesen Vertriebsschritt mit durchgeführten Kundenumfragen – die Kunden wollen Versicherungen so erwerben können, heißt es unternehmensseitig.
Nachahmer gibt es natürlich zunehmend und sowohl Verbraucherschützer als auch hauptberufliche Versicherungsvertreter bringt dieser Umstand nachhaltig in Rage. Versicherungskaufleute kritisieren die zunehmende Renditesucht der Gesellschaften und Verbraucherschützer die mangelnde Transparenz und eingeschränkte und bisweilen überhaupt nicht vorhandene Beratung. Angeblich ist der nächste große Coup bereits geplant und so sollen sich der Discounter Aldi und die Signal Iduna auf ein Vertriebsmodell geeinigt haben. Bestätigt sind diese Informationen jedoch nicht. Auch wenn es laut Brancheninsidern Kundenumfragen gibt, die belegen, dass Kunden diesen Vertriebsweg schätzen, bleiben bei diesen Versicherungen Risiken für den Verbraucher.
Zu bedenken ist, dass eine Beratung im Sinne des Verbrauchers nicht statt findet und jeder der Verbraucher der eine Versicherung auf diese Art erwirbt dennoch einen rechtsgültigen Vertrag eingeht. Eventuell tut er das zu Konditionen, die nicht den benötigten Versicherungsschutz gewährleisten. Versicherungen so zu erwerben erfordert einen Vergleich mit anderen Angeboten und das kostet vorab nicht nur Zeit, sondern auch Nerven.
