Eine Reform der Pflegeversicherung sollte es sein und so wie es aussieht beschließt die große Koalition heute ein Maßnahmenpaket rund um die Pflegeversicherung. Als gute Nachricht können das jene auffassen, die entweder selber bereits pflegebedürftig, bzw. auch altersverwirrt sind, oder eben auch jene Bürger die man zu den pflegenden Angehörigen zählt. Bedienstetes Pflegepersonal ambulanter Dienste soll ab dem kommenden Jahr ebenfalls profitieren. Die Unterstützung soll anwachsen und mehr Geld insgesamt zur Verfügung stehen.
Doch stellt man das Wohl der rund zwei Millionen Pflegebedürftigen in diesem Land einmal gegen die Entwicklung jener Bürger, die zwar Beitragszahler sind, aber wohl erst in zwei, drei, oder sogar erst in vier Jahrzehnten ein eigener Pflegefall werden könnten, wenn überhaupt, stellt man fest, dass die monatliche Belastung durch erhöhte Beiträge alles ist, was von der Reform bleibt. Eine prozentuale Erhöhung um 14% stellt die Reform dar, nur damit die Pflegeversicherung nach Jahren der Unterfinanzierung mal wieder kostendeckend arbeiten kann. Durch steigende Beiträge und eine steigende Anzahl von sozialversicherungspflichtigen Bürgern erhofft sich die Bundesregierung nun ein sicheres, finanzielles Fundament.
Erneut steigen also die Lohnnebenkosten und der gepriesene Aufschwung bekommt einen neuerlichen Dämpfer. Das „zarte Pflänzlein namens Aufschwung“ sollte man allerdings eher gießen, als in die pralle Sonne zu stellen, denn neben so hell scheinenden Entwicklungen wie der deutschen Teuerungsrate und der US-Immobilienkrise, sind es die vielen Kleinigkeiten, die eine wirtschaftliche Verbesserung dämpfen.
