Erst mal überhaupt einen Vertrag abschließen, dann ordentlich sparen, dann erfolgt irgendwann die Zuteilung und im Anschluss daran die Darlehenstilgung. So war es vor zwanzig Jahren und so ist es auch heute noch. Ein offenbar bewährtes und immer wieder gerne genommenes Produkt, obwohl Innovatives nicht passiert ist, nicht in all den Jahren.
Aber den Traum der eigenen vier Wände muss man sich heutzutage nicht mehr so erfüllen, denn es gibt andere, bessere und schnellere Wege zur Eigenheimfinanzierung. Mal eine gute Kritik bekommt das klassische Bausparen kaum noch, denn was so lange unverändert bleibt, ist auf dem Finanzmarkt nicht gern gesehen und auch die Krise aus den achtziger Jahren hängt dem Ganzen noch an. Lange Kreditvergabe-Wartezeiten und ein massiver Liquiditätsengpass sorgten damals für einen gehörigen Verlust von Vertrauen innerhalb der Bevölkerung.
Vor allem die Nebenkosten bei einem Bausparvertrag sind oftmals der Stein des Anstoßes für Kritik und zeigen auf, wie teuer so ein Vertrag ist und wie wenig Rendite er dafür abwirft. Und ist die Rendite plötzlich doch noch lukrativ, wird nicht selten einseitig von Seiten der Bank aufgekündigt. Erst kürzlich gab es negative Schlagzeilen in der die BHW eine große Rolle spielte.
Das ein Baudarlehen auch wirklich dann verfügbar ist, wenn man es braucht ist übrigens auch eine wackelige Angelegenheit, denn die Zuteilungsreife legt die Bausparkasse individuell fest und obliegt nicht dem Bausparer selbst. Ziemlich viele Nachteile für ein Produkt, dass sich immer noch millionenfach verkauft und an dem es auch unzweifelhaft auch gute Seiten gibt. Sicherheit durch die häufige Notwendigkeit von Eigenkapital lässt eine weitere Krise nach US-amerikanischen Vorbild unwahrscheinlich erscheinen.
