Die Zahlen in den Werbespots überbieten sich fast wöchentlich gegenseitig und verwirren die Anleger und Tagesgeld-Interessenten zunehmend. Doch die bisweilen sehr verlockenden Hochzinsen sind dann meist nicht so einfach zu bekommen wie es die Werbung dem potenziellen Anleger glauben machen will. Nicht selten sind die verknüpften Geschäfts- und Vertragsbindungen echte Kostenfallen und Experten raten immer öfter zum Vergleichen von Angeboten.
Ein Beispiel für Bedingungen ist die Postbank. Geworben wird mit 4,5 Prozent, also einem Zinssatz über Durchschnitt. Diese Zinsen bekommt man aber nur wenn man auch ein Girokonto eröffnet und monatlich mindestens 1.250,- € eingehen. Nur dann übrigens ist das Konto an sich auch frei von Gebühren. Erfüllt man die Bedingungen aber nicht, sind die Zinsen futsch und das Konto kostet monatlich 5,90 € - eine stolze Summe.
Bei den vielen Angeboten ist wahrlich Vorsicht geboten, denn sonst ist man die Anlagezinsen in Form von Gebühren schneller wieder los als man sie eingenommen hat. Auch die SEB ist da keine Ausnahme. Versprochen werden 4 Prozent Zinsen. Doch gibt es dieses Geld nur bis zu einer Gesamtanlagesumme von 20.000,- €. Darüber hinaus sinkt der Zinssatz und ein versprochener Sonderzins von bis zu 7 Prozent wir nur dann gewährt wenn das angelegte Geld aufgeteilt wird, und zwar so, wie die SEB sich das vorstellt. Die Anlagedauer beträgt immerhin nur sechs Monate, aber in der Zeit ist das Geld unantastbar, also nicht dem Geist des Tagesgeldkontos an sich entsprechend.
Als letztes und sehr kurioses Beispiel wird an dieser Stelle die Karstadt-Quelle-Bank genannt. Man eröffnet das „Traum-Zins-Konto“ bei dieser Bank auch nur dann wenn man seine Konsumziele vorab preis gibt. Diese erhobenen Kundendaten werden natürlich postwendend an einen Shopping-Vermittler weiter gegeben und kaum hat man Traumzinsen, hat man schon den Postkasten und das Email-Postfach voller Werbung.
Ein Fazit lautet: Nur wer genau hinschaut, bekommt auch das Passende für sich.
