Gleich drei verschiedene Deals an der US-Börse. Zunächst ist da die knapp 20prozentige Beteiligung der Börse Dubai an der amerikanischen Börse. Bezahlt wird allerdings durch die Weitergabe eines nordischen Börsenbetreibers OMX, der selbst noch von der Börse Dubai geschluckt werden muss. Das dieses Geschäft einigermaßen wackelig erscheint liegt auch mit daran, dass auch das Emirat Katar Interesse an OMX hat und ebenfalls ein Kaufangebot unterbreiten könnte.
Die Stimmrechte der Börse aus Dubai an der amerikanischen Börse betragen allerdings nur 5 Prozent, dafür übernimmt diese aber im Gegenzug 90 Prozent der Nasdaq-Beteiligung an der London Stock Exchange. Erst im vergangenen Jahr war die Nasdaq bei der LSE mit insgesamt 31 Prozent eingestiegen. An der LSE ist die Nasdaq selbst dann nur noch zu 3% beteiligt.
In der zweiten Stufe der umfangreichen Transaktion gelangt dann, wenn alles gut geht, die Nasdaq in den Besitz der OMX aus Schweden. OMX betreibt selbst insgesamt sieben Börsen im skandinavischen und baltischen Raum und zudem werden mehrere dutzend Börsen mit ihrer Technologie beliefert. Im Mai wurde bereits ein Übernahmepaket zwischen der Nasdaq und OMX geschnürt und dies hatte nun ein Gesamtvolumen von 3,7 Milliarden US-Dollar, welches aber durch ein Angebot der Börse Dubai noch übertrumpft wurde.
Dieser Dreifach-Deal ist allerdings noch nicht in trockenen Tüchern, denn das Emirat Katar hat nicht nur Interesse an der schwedischen OMX, sondern zudem auch noch an der LSE. Bei der Londoner Börse soll es, laut Berichten der staatlichen Quatar Investment Authority, bereits eine 20prozentige Beteiligung geben. Auch massive Aufkäufe von OMX-Aktien wurden bereits bestätigt. Man darf gespannt sein, wie dieser Bieterwettstreit, der von Insidern als wahrscheinlich angesehen wird, schlussendlich ausgehen wird.
