Northern Rock steht sinnbildlich für die britische und die europäische Bankenkrise. Auch bei den rund 1,5 Millionen Kunden herrscht eine regelrechte Panik. Die Bilder sind überall die Gleichen. Lange Schlangen vor den Filialen und jede Menge besorgte Gesichter. Kunden, die Angst um ihr Geld haben und in Sicherheit bringen wollen, was sie kriegen können.
In Glasgow und in weiteren Städten musste sogar die Polizei eingreifen, denn die Massen an Kunden sind aufgebracht und nachdem die Internetseite des Unternehmens unter der Last der Zugriffe bereits zusammen brach und via Onlinebanking nichts mehr ging, gingen die Menschen auf die Straßen, um ihr Geld in Sicherheit zu bringen.
In Zahlen drückt sich diese Massenpanik so aus: Alle Anleger der Bank haben bis zum vergangenen Wochenende rund 3 Milliarden Euro abgehoben und umgeschichtet. Northern Rock ist somit das erste Unternehmen, welches aufgrund der US-Immobilienkrise in arge Bedrängnis gerät. Dennoch beschwichtigt die britische Bankenaufsicht und teilt mit: Northern Rock ist nach wie vor liquide.
Die Krise auf der britischen Insel könnte sich auch auf deutsche Banken und deren Anleger auswirken. Zwar nicht direkt, aber indirekt sind auch Allianzpapiere und DWS-Fonds mit der Northern Rock verbunden. Auch die EU gibt noch keine Entwarnung und hält weitere Krisen und Bankenzusammenbrüche für möglich.
Die EU berät in diesem Zusammenhang auch über Maßnahmen für gemeinschaftliche und allgemeingültige Regeln zum Problem der derzeitigen Krise am Geldmarkt. In einem Papier dazu heißt es: Es gilt das Finanzsystem aller Einzelstaaten in der EU als Ganzes zu schützen und die unter Umständen entstehenden ökonomischen Schäden zu begrenzen.
