Die europäische Zentralbank (EZB) lässt die Zinsen vorerst unverändert. In Europa wird es also trotz den Irrungen und Wirrungen an den weltweiten Finanzmärkten keine Zinserhöhung geben. Der wichtigste Leitzins bleibt also derweil unverändert bei einer Höhe von 4,0 Prozent.
Die EZB teilte diese Entscheidung am frühen Nachmittag des 06. September 2007 nach ihrer Ratssitzung mit und rückte damit auch von der voran gegangenen Aussage ab, den Leitzins zu erhöhen. Obwohl Experten sich mehr oder weniger auf diese Aussage verlassen hatten, blieb die EZB gelassen und ignorierte sozusagen die Unruhen, die vornehmlich an den US-amerikanischen Märkten ausgelöst worden waren. Noch vor wenigen Tagen hatte die EZB mehrere Milliarden in Umlauf gebraucht, um die Liquidität weltweit zu gewährleisten.
Bis zum Schluss war allerdings nicht klar, wie in Sachen Zinsen und deren Erhöhung entschieden werden sollte. Wenige Wochen zuvor hatte EZB-Präsident Trichet durchblicken lassen, dass eine Erhöhung kommen würde. Ökonomen rechneten aber nicht nur deswegen mit diesem Schritt, denn auch der anhaltende Wirtschaftsaufschwung und die damit direkt verbundene Inflation galten als Indikatoren für eine Leitzinserhöhung.
Der politische und finanzielle Kurs der EZB ist demnach aktuell etwas undurchsichtig, doch wird bald eine Erklärung erwartet.
