Offenbar nimmt die seit Jahren andauernde Rabattschlacht der Autohändler langsam ein Ende. Denn zum ersten Mal in diesem Jahr sind die Rabatte im August gesunken. Auch der Geschäftsführer des Prognoseinstitutes “B&D-Forecast”, Ferdinand Dudenhöffer, sieht eine Trendwende im deutschen Automarkt bei den Preisnachlässen. Das Institut ginge zudem davon aus, dass auch in den nächsten Monaten das Rabattniveau weiter zurückgehen wird, so Dudenhöffer.
Helmut Blümer, Sprecher des Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, bestätigt diese Prognose. Blümer sagte, dass man erstmals seit langer Zeit wieder eine klar abfallende Tendenz am Markt beobachten könne.
Gerade auch die Kunden, die den Erwerb eines neuen Fahrzeugs schon seit geraumer Zeit auf die lange Banks schieben, sollten sich daher Gedanken darüber machen, ob jetzt nicht unter Umständen ein guter Zeitpunkt für den Neuerwerb gekommen ist.
Und die Anzahl dieser Kunden dürfte, mit Hinblick auf das aktuelle Durchschnittsalter Fahrzeuge in Deutschland, nicht gerade gering sein. Denn das Durchschnittsalter der Autos auf den deutschen Straßen ist in den vergangen Jahren kräftig gestiegen. Lag es in den 90er Jahren bei etwa 6,3 Jahre liegt es inzwischen bei 8,1 Jahren.
Wer nun allerdings den Kauf eines Neuwagens in Betracht zieht, sollte sich die angebotenen Finanzierungsmöglichkeiten genauer ansehen. In erster Linie wird heutzutage die Finanzierung auch direkt über die Banken der großen Hersteller abgewickelt. Wie Dietmar Kupisch, Sprecher des Arbeitskreises der Autobanken, laut der “Berliner Morgenpost” sagte, würden unabhängige Institute bei der Finanzierung inzwischen kaum noch eine Rolle spielen. Auch die damals noch übliche Variante der regelmäßigen Ratenzahlung ist selten geworden. Heute schnüren die Banken der Hersteller verschiedene kombinierte Finanzierungsmodelle.
Hierbei ist insbesondere die so genannte “Drei-Wege-Finanzierung” zu nennen. Diese besteht aus der Anzahlung, der eigentlichen Ratenzahlung und der Schlusszahlung. Dazu kommt, dass viele Händler ihre Kunden mit Paketlösungen ködern möchten. Diese Pakete enthalten zum Beispiel neben der günstigen Finanzierung auch mehr Garantieleistungen. Häufig enthalten diese Pakete zusätzlich noch kostenlose Wartungen und eine Vollkaskoversicherung.
Allerdings läuft der Kunde Gefahr, den Überblick über die genauen Kosten zu verlieren, die sein neu erworbenes Fahrzeug am Ende tatsächlich verursacht. Diese Finanzierungsmodelle und die Paketangebote erschweren den Preisvergleich. Auch die Höhe des Rabatts ist so schwer zu ermitteln.
Der ADAC-Sprecher Jochen Oesterle sagte der “Berliner Morgenpost” diesbezüglich auch, dass die Finanzierungsmodelle faktisch kaum noch transparent seien. “Je größer das geschnürte Paket, desto undurchschaubarer wird es für den Kunden”, so Oesterle gegenüber der Zeitung. Man könne kaum abschätzen, was die einzelnen Bestandteile des Pakets am Ende wirklich an Kosten verursachen.
Der Aufwand für den Verbraucher, die Preise zu vergleichen, steigt dadurch enorm. So muss er versuchen, andere Angebote von Kfz-Versicherungen und Kreditgebern zu erhalten. Diese kann man dann mit den Paketangeboten vergleichen, um in etwa abschätzen zu können, ob diese tatsächlich so günstig sind wie angepriesen.
An einer Finanzierung für das neue Auto kommen allerdings die meisten Kunden auch kaum noch vorbei. Denn die meisten Deutschen sind kaum noch in der Lage die hohen Preise für ein Neufahrzeug bar zu begleichen. So sei es laut Oesterle für die meisten Kunden auch einfach attraktiver und einfacher, jeden Monat 300 Euro zu leisten, als mit einem Mal gleich 30.000 Euro zu berappen.
Tipp: Wer sein Auto finanzieren möchte, sollte dennoch nicht auf Verhandlungen über mögliche Preisnachlässe verzichten
Einen weiteren Tipp hat der ADAC-Sprecher noch bezüglich der Leasingangebote, welche inzwischen immer häufiger angeboten werden, da diese für die Händler besonders attraktiv und lukrativ sind.
So sollte man sich hier eher auf die wirklich günstigen Angebote für Auslaufmodelle konzentrieren. Zudem sollte man sich eher für ein “Kilometerleasing” entscheiden. Denn hierbei wird die zu leistende Rate auf der Basis der voraussichtlichen jährlichen Fahrleistungen berechnet. Der Vorteil ist, dass, wenn diese Fahrleistung über- bzw. unterschritten wird, der Betrag entweder im Nachhinein berechnet oder eben vergütet wird. Dadurch spart sich der Kunde unter Umständen unangenehme und teure Überraschungen am Ende der Vertragslaufzeit.
