Durch die Unsicherheiten an den Finanzmärkten sind die Zinsen für das Tages- und Festgeld deutlich gestiegen. Von dieser Unsicherheit und den resultierenden Erhöhungen können Anleger folglich zumindest kurzfristig profitieren.
Seit Juli wird von den Finanzhäusern im Schnitt über zwölf Monate 0,2 Prozent mehr für Tagesgeld gezahlt. Bei dem Festgeld liegt der Wert sogar bei 0,3 Prozent.
So haben laut Beobachtungen des Finanzdienstleisters FHM viele Anbieter ihre Sätze angehoben. Neben dem Konkurrenzkampf habe vor allem die Angst vor einer weiteren Verknappung der liquiden Mittel die Zinssätze in die Höhe schnellen lassen. Siegrid Herbst von FHM sprach laut einem Bericht des Handelsblatt sogar von einem “wilden Markt“.
Die Banken würden sich dieser Tage lieber Liquidität zum kalkulieren Preis besorgen, indem sie vor allem die Festgeldzinsen anheben. Auch bei großen Anbietern, wie zum Beispiel bei dem Marktführer bei Tagesgeld, der ING-Diba, könne man dies beobachten. Die ING-Diba hatte ebenfalls ihre Konditionen verbessert und hob den Satz für Jahres-Festgeld um 0,25 Prozent auf 4,25 Prozent an. Allerdings wird dies von einem Sprecher damit begründet, dass man mit der Anpassung auf das “Marktumfeld“ reagieren wolle.
Für viele Anleger bedeuten die Erhöhungen, dass es sich wieder mehr lohnt, freies Kapital zu den günstigeren Renditen von bis zu fünf Prozent zu parken. Siegrid Herbst sagte, dass dies mit Hinblick auf die Unsicherheiten an den Finanzmärkten nicht die schlechteste Alternative wäre.
Herbst rät den Anlegern dazu, insbesondere im Moment, die Angebote der Banken für Fest- und Tagesgeld genauer zu vergleichen, da viele Banken ihre Sätze nicht erhöht hätten. Dadurch sei es zu ungewöhnlich großen Unterschieden zwischen den Angeboten der Banken gekommen, so Herbst. Als Vergleich gab Herbst an, dass viele Direktbanken ihren Kunden inzwischen Zinsen von bis zu fünf Prozent zahlen würden. Bei anderen Banken würde man hingegen immer noch mit ein- bis eineinhalb Prozent abgespeist werden.
Allerdings wies sie auch daraufhin hin, dass man sich die Konditionen der Angebote genau durchlesen sollte, denn nicht wenige der Angebote wären an besonderen Bedingungen und Beschränkungen gebunden.
So würde zum Beispiel die niederländisch-türkische Credit Europe Bank zwar fünf Prozent zahlen, dieser Zinssatz gelte aber nur für Neukunden. Weiterhin liegt der Einlagenschutz hier, wie bei vielen anderen ausländischen Banken aufgrund der EU-Einlagensicherung auch, bei 20.000 Euro. Andere Banken wie zum Beispiel die DAB-Bank würden die Spitzenzinsen nur bis zu einer bestimmten Summe zahlen und zudem seien die Sätze auch nur auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt. Die DAB zahlt zum Beispiel 4,5 Prozent bis Ende Juni 2008 und bei einer Anlagesumme von bis zu 20.000 Euro.
