“2 Brötchen, einen Kaffee und ein Girokonto bitte.” Diesen Satz könnte man in Zukunft häufiger zu hören bekommen, wenn man sich gerade bei Tchibo aufhält.
Denn die Postbank vertreibt nun bald über Tchibo ihre Bankkonten. Berichten nach kann man zukünftig in rund 1000 Filialen von Tchibo neben Kaffe und anderen Produkten auch Girokonten und Sparprodukte der Postbank erwerben.
Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen wirkt sich dabei positiv für den Kunden aus, denn die Produkte der Postbank werden bei Tchibo zu besonders günstigen Konditionen angeboten.
Wer zum Beispiel das vermeintlich kostenlose “Giro Plus”-Konto in einer Filiale der Postbank erwirbt, muss dafür Sorge tragen, dass monatlich mindestens 1250 Euro auf das Konto eingehen, damit das Girokonto auch kostenlos bleibt. Andernfalls fallen monatliche Gebühren in Höhe von 5,90 Euro an.
Bei Tchibo wird man im ersten Aktionsmonat darauf verzichten. Das teilte der Pressesprecher der Postbank, Ralf Palm, mit. Demnach erhält jeder Kunde ein kostenloses Girokonto in einer der Tchibo-Filialen, auch wenn er keinen monatlichen Geldeingang von 1250 Euro nachweisen kann. Aber auch die Kunden, die nicht während des Aktionsmonats ein Postbank-Konto bei Tchibo erwerben, können Geld sparen. Diese müssen dann, auch wenn sie die Höhe des monatlich nötigen Geldeingangs nicht erreichen, nämlich für ein Jahr lang trotzdem keine Kontoführungsgebühren leisten.
Weitere Vergünstigungen erhält man als Tchibo-Kunde bei der “Postbank-Sparcard”. Kunden, die direkt bei der Postbank die Sparcard erwerben, erhalten erst ab einem Sparbetrag von 3000 Euro Zinsen in Höhe von 3,3 Prozent. Liegt der Sparbetrag unter den 3000 Euro, erhält man lediglich Zinsen in Höhe von 0,5 Prozent. Bei Tchibo dagegen fällt diese Regelung weg und der Kunde erhält schon ab dem ersten Euro die vollen 3,3 Prozent Zinsen.
Aufgrund des harten Wettbewerbs um die Privatkunden suchen immer mehr Banken neue Vertriebswege und Partner, um ihre Produkte an den Kunden bringen zu können. Zum Beispiel bietet die Commerzbank seit etwa zwei Monaten ihr kostenloses Girokonto über die Auktionsplattform “ebay” an.
Allerdings warnen Verbraucherschützer vor zu schnellen Vertragsabschlüssen. So sagte der Finanzexperte der Verbraucherzentrale von Nordrhein-Westfalen, Thomas Bieler, dass die kostenlosen Angebote meistens einen Haken haben. Auch solle man den Fokus nicht allein auf den Preis des Kontos richten, sondern auch auf andere Kriterien, wie zum Beispiel die Anzahl der Geldautomaten. Auch bei häufiger Nutzung eines Dispo-Kredites sollte man die Preise und Konditionen genau vergleichen.
