Häufige Fehler bei der Baufinanzierung | Immobilienfinanzierung
Es kann passieren, dass sich die finanzielle Situation während dem Bau oder Kauf von Wohnraum unerwartet verändert. Nicht immer ist die Schuld dafür beim Käufer bzw. Bauherren zu suchen. Familiäre Änderungen wie beispielsweise Familienzuwachs oder eine Trennung können eine ganz neue Kostenkalkulation erforderlich machen. Für diesen Fall sollte man mit der Bank die Möglichkeit einer Ratenänderung auch während der Zinsbindungsfrist vereinbart haben. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes ist ein nicht zu unterschätzendes Finanzierungsrisiko. Sicherheitsreserven in der Planung ermöglichen es, die Finanzierung auch bei veränderter Einkommenssituation aufrecht zu erhalten. Ein finanzieller Sicherheitspuffer sollte auch für den Fall einer Baukostensteigerung eingeplant werden. Ein großes Risiko der Finanzierungsphase ist zudem der Bauträgerkonkurs. Die einzige Möglichkeit, dieses Risiko auszuschließen, ist der Abschluss einer entsprechenden Versicherung.
Die Ursache für Probleme bei der Finanzierung liegt sehr häufig aber auch beim Bauherren bzw. Käufer selbst. So wird beispielsweise allzu gern die Anfangsbelastung „schön gerechnet“. Ein vollständiger Finanzierungsplan ist unbedingt notwendig, um herauszufinden, wie hoch die tatsächliche Belastung am Anfang der Finanzierung, nach der Zinsbindungsfrist und nach dem Auslaufen beanspruchter Förderungsmaßnahmen tatsächlich ist. Oft werden auch die Zinsbindefristen nicht richtig bewertet. Die Dauer der möglicherweise unterteilten Zinsbindefristen sollte auf zukünftige Geldeingänge wie etwa fällige Sparverträge abgestimmt werden. Besondere Vorsicht ist bei Fördermaßnahmen und ihrer Dauer angeraten: häufig verlieren Bauherren die Dauer ihrer Fördermittel aus den Augen. Achtet man nicht genau auf Dauer und Kriterien für diese Mittel, droht ein erhebliches Zinserhöhungsrisiko und damit eine erheblich höhere monatliche Belastung. Gerade die monatliche Belastung ist es auch, die sehr oft falsch eingeschätzt wird. So vergessen Viele gern, dass einige jährlich gezahlte Beiträge vorfinanziert werden müssen. Plötzlich ist die monatliche Belastung um ein vielfaches höher als erwartet und die Geldsorgen sind da. Ein weiterer, häufig vorkommender Fehler ist die Vereinbarung einer zu hohen Bausparsumme. Hier kann man als Alternative zur teuren Vor- oder Zwischenfinanzierung die Bildung von Teilbausparsummen oder sogar die Kündigung des Bausparvertrages in Betracht ziehen.