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Hebelzertifikate - Hebel - Turbo-Zertifikate


Ein Hebelzertifikat, auch bekannt als Turbo-Zertifikat, Turbos, Shorts, Wave oder Rolling Turbo, ist ein interessantes Anlageinstrument für den versierten Anleger. Sie ermöglichen es, dass sowohl bei fallenden als auch bei steigenden Kursen Gewinne erzielt werden können.

Die Kursänderung verläuft zudem überproportional zu der des Basiswerts. Grund hierfür ist der so genannte Hebel. Der Hebel gibt an, um welchen prozentualen Wert sich das Zertifikat verändert, wenn sich der Basiswert um 1% ändert. Ein Hebel von 10 heißt also, dass das Hebelzertifikat um 10% steigt, wenn der zu Grunde liegende Basiswert eine einprozentige Kursänderung erfährt.

Eventuell ist Ihnen das Funktionsprinzip bereits von den Optionsscheinen bekannt. Vorab sei gesagt, Hebelzertifikate sind die deutlich interessantere Wahl als Optionsscheine. So fällt bei Hebelzertifikaten kein oder nur geringes Aufgeld an. Der Grund hierfür: Bei Hebelzertifikaten spielen, im Gegensatz zu Optionsscheinen, weder die verbliebene Restlaufzeit noch die Schwankungsbreite der Kurse (Volatilität) eine Rolle.

Nachfolgend einmal jeweils ein Beispiel zur Kursentwicklung bei fallenden und bei steigenden Kursen:

Nehmen wir an, Sie möchten auf fallende Kurse des DAX spekulieren. Hierfür kommt ein Short Turbo-Zertifikat (auch Bear Hebelzertifikat) in Frage. Nun sind für Ihr Verständnis drei Dinge zu berücksichtigen: Der Preis des Hebelzertifikats ergibt sich aus der Differenz zwischen Knock-Out und dem aktuellen Kurs des Basiswerts geteilt durch das Bezugsverhältnis. Die Differenz beträgt 1000 Punkte, geteilt durch 100 ergibt das einen Kurs des Short Zertifikats von 10 Euro.

Sinkt der Dax nun von 8000 auf 7000 Punkte, beträgt die Differenz zum Knock-Out bereits 2000 Punkte. Der Kurs des Hebelzertifikats läge bei 20 Euro. Der Anleger konnte also einen Gewinn von satten 100% einstreichen und das, obwohl der Dax um 1000 Punkte gefallen ist.

Allerdings geht diese Spekulation mit einem nicht unerheblichen Risiko einher. Würde der Dax auf oder über die Knock-Out Schwelle ansteigen, verliert der Anleger sein gesamtes Kapital.

Sinngemäß umgedreht funktioniert das Spekulieren auf steigende Kurse mit Hebelzertifikaten. Wieder sind drei Dinge zu betrachten: Bei einem Bezugsverhältnis von 100 entspräche der Kurs des Hebelzertifikats exakt 10 Euro. Sie erinnern sich, dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen Basis und Kurs des Basiswerts. Diese Differenz würde bei einem Kursanstieg um 1000 Punkte dann bei 2000 Punkten liegen. Wiederum ergäbe sich ein Kurs des Hebelzertifikats von 20 Euro und erneut hätte der Anleger 100% verdient. Der Dax hat im gleichen Zeitraum jedoch nur 14,3 % Kurssteigerung erzielen können. Mit dem Hebelzertifikat ließ sich also siebenmal soviel verdienen, wie mit dem Direktinvestment, der Hebel ist also 7.

Auf steigende Kurse kann mit Wave Calls, Long Hebelzertifikaten, Bull oder Turbo Bull Zertifikaten spekuliert werden. Es sind lediglich verschiedene Bezeichnungen für das gleiche Produkt.

Bei der Spekulation mit Hebelzertifikaten müssen also folgende Dinge berücksichtigt werden: Der Preis eines Hebelzertifikats berechnet sich aus der Differenz von Basis und Kurs des Basiswerts, geteilt durch das Bezugsverhältnis. Die Knock-Out Schwelle (Basis) ist eine Stop Loss Marke, bei Erreichen dieser wird das Hebelzertifikat wertlos.

Diese Barriere haben alle Hebelzertifikate. Jedoch gibt es Unterschiede bei der Auslegung des Knock Outs zwischen den Emittenten. So ist beispielsweise bei Commerzbank, Deutsche Bank und ABN Amro eine kurzfristige Verletzung der Barriere, bei der BNP hingegen nur der Schlusskurs ausschlaggebend.

Zudem gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Varianten von Hebelzertifikaten. Hebelzertifikate mit Laufzeit werden zu einem bestimmten Termin fällig. Der Handel mit diesen Zertifikaten wird dann eingestellt und der verbliebene Kurswert auf Ihrem Konto gutgeschrieben. Ein Verkauf dieser Produkte ist bis maximal 3 Tage vor Ende der Laufzeit möglich.

Turbo-Zertifikate ohne beschränkte Laufzeit (Open End Hebelzertifikate) können hingegen bis in alle Ewigkeiten gehalten werden, vorausgesetzt sie fallen keinem Knock Out zum Opfer. Dieser wird von den Emittenten nämlich in regelmäßigen Abständen angepasst.

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