Tagesgeldkonto | Tagesgeld im Vergleich zu Geldmarktfonds
Gerade in Zeiten niedriger Verzinsung ist das Tagesgeldkonto eine attraktive Geldanlage. Allerdings gibt es beim Tagesgeld in der Regel maximale Anlagebeträge. Zinsen gelten zudem vollständig als Kapitalerträge, sofern die Freistellungsaufträge überschritten wurden und müssen demnach versteuert werden. Dieses geschieht zunächst per Zinsabschlagssteuer, bei der steuerlichen Veranlagung dann zum persönlichen Steuersatz.
Wer größere Summen kurzzeitig parken möchte, ist unter Umständen mit einem
Geldmarktfonds gut bedient. Geldmarktfonds investieren die Gelder ihrer Anteilseigner in diverse liquide Wertpapiere mit kurzen Laufzeiten oder Geldmarktitel. Geldmarktfonds gelten als vergleichsweise sichere Geldanlage. Dennoch ist es ein Trugschluss, dass Geldmarktfonds genauso risikofrei wie ein Tagesgeldkonto sind. Das Kursrisiko ist zwar recht gering, jedoch besteht ein Ausfallrisiko seitens der Geldmarkttitel, in die der Fonds investiert. Kommt es zudem zu großen Geldmittelabflüssen, beispielsweise wie Ende 2007, können auch die Kurse von Geldmarktfonds unter Druck geraten. Selbst besonders auf Sicherheit bedachte Geldmarktfonds, die ausschließlich in Papiere von Unternehmen mit sehr hoher Bonität investieren, können Kursverluste erzielen.
Geldmarktfonds sind zwar in der Regel zu niedrigen Ausgabeaufschlägen zu erhalten, oft werden jedoch Mindestanlagebeträge vorausgesetzt. Kann oder will der Sparer diese nicht aufbringen, ist er mit einem Tagesgeldkonto nicht schlechter bedient. Zwar realisieren Geldmarktfonds in der Regel höhere Renditen als das bei einem Sparbuch der Fall ist, allerdings liegen die Renditen nur selten merklich über Tagesgeld und Festgeld Verzinsung.
Neben der unbegrenzten Anlagesumme spricht jedoch vor allem der steuerliche Aspekt für Geldmarktfonds. So werden Zinserträge von Geldmarktfonds zunächst in das Fondsvermögen einberechnet und erst zum Ende der Laufzeit ausgeschüttet. Investiert ein Anleger also über mindestens 12 Monate in einen Geldmarktfonds und verkauft die Anteile vor Laufzeitende, erzielt er steuerfreie Zinseinnahmen. Denn hier gilt die Spekulationsfrist für Wertpapiere und Fonds.
Allerdings besteht diese Möglichkeit nur noch für Geldanlagen, die bis zum 31.12.2008 getätigt werden. Mit der Abgeltungssteuer ab 2009 entfallen dann die Privilegien der Geldmarktfonds. Da die steuerlichen Vorteile und die unbegrenzte Anlagesumme die wesentlichen Vorteile von Geldmarktfonds darstellen, sollte der Anlage abwägen, ob diese das Risiko wert sind.
Wer seine Sparerfreibeträge nicht ausschöpft oder kein Risiko eingehen möchte, ist mit Tagesgeld in fast jedem Fall besser bedient.
Tagesgeldkonten im Vergleich