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Fonds und die Abgeltungssteuer


Anleger von Investmentfonds werden, ähnlich wie Aktienbesitzer, durch die Abgeltungssteuer benachteiligt. Auch bei Fonds waren Kursgewinne, bei Einhaltung der zwölfmonatigen Spekulationsfrist, bisher steuerfrei, Ausschüttungen mussten nur nach dem Halbeinkünfteverfahren und unter Berücksichtigung der Freigrenzen versteuert werden. Diese beiden Möglichkeiten einer steuersparenden Geldanlage mit attraktiver Rendite erlöschen mit Einführung der Abgeltungssteuer ab 2009.

Ausnahmen stellen jedoch Beteiligungen, beziehungsweise geschlossene Fonds und offene Immobilienfonds dar. Bei Immobilien und Immobilienfonds gilt weiterhin die 10jährige Spekulationsfrist, damit wird diese Form der Geldanlage in jedem Fall wieder eine ernstzunehmende Alternative zu Aktienfonds. Beachten Sie allerdings, dass dieses Privileg nicht für Fonds gilt, die in Immobilienaktien, so genannte REITs, investieren.

Besonders dramatisch wird die Auswirkung der Abgeltungssteuer auf Fonds bei einem Fondssparplan deutlich. Wenn auch Sie dieses beliebte Instrument zum Vermögensaufbau oder zur Altersvorsorge nutzen, sollten Sie sich warm anziehen.

Ein 30jähriger Sparplan von monatlich 100 Euro und 6% jährlicher Rendite, erbrachte bisher 97.450 Euro - steuerfrei! Nach Abzug der Abgeltungssteuer bleiben nur noch 80.244 Euro über. Sie schenken dem Staat also einen soliden Kleinwagen eines deutschen Herstellers. Noch fataler wirkt sich die Abgeltungssteuer aus, wenn Sie während dieser Sparzeit Fonds austauschen. Hier verlieren Sie bereits vorzeitig 28% Ihrer Gewinne, dieses Geld kann dann keine Zinseszinsen mehr erwirtschaften. Ein echtes Problem, betrachtet man den Markt für Aktienfonds genauer, so bleibt nur eine handverlesene Auswahl an Produkten, die ein Alter von 30 Jahren erreicht haben.

Die Möglichkeiten diese drohende Abgabenlast zu umgehen, sind für Kleinanleger begrenzt. Drohenden Umschichtungen im Depot können Sie durch den Erwerb von Mischfonds oder Dachfonds entgegen wirken. Diese können die erworbenen Fonds, Aktien, Zertifikate und sonstigen Wertpapiere jederzeit austauschen und durch viel versprechende Alternativen ersetzen.

Diese Produktgruppe steht jedoch auf Grund Ihrer relativ hohen Kosten nicht sonderlich hoch in der Gunst der Anleger. Dabei ist diese Denkweise falsch. In den letzten Jahren konnten einige gute Dachfonds selbst Klassiker unter den Aktienfonds outperformen. Dennoch bleibt die Problematik, dass Sie Ihre Fondsanteile irgendwann veräußern werden wollen.

Um hier Steuern zu sparen, kommt eigentlich nur ein Versicherungsmantel in Frage. So können beispielsweise unter Nutzung einer englischen Lebensversicherung, einer fondsgebundenen Rentenversicherung, einer Rürup-Rente und eines Riester-Rente Fondssparplans nach wie vor steuerliche Begünstigungen in Anspruch genommen werden. Genaueres zu diesen Möglichkeiten erfahren Sie im Kapitel Abgeltungssteuer umgehen.

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