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Britische Lebensversicherung und Abgeltungssteuer | Englische LV


Der Markt für britische Lebensversicherungen ist der älteste der Welt, er existiert seit 2 Jahrhunderten. Zugleich ist er auch der drittgrößte weltweit. Die englische Lebensversicherung ist in der Regel eine fondsgebundene Kapital-Lebensversicherung.

Außergewöhnlich ist bei einer englischen Lebensversicherung der hohe Anteil des Vertragsguthabens, der direkt in Aktien oder Fonds investiert ist. In der Vergangenheit lag dieser etwa bei drei Viertel des Kapitals. Englische Lebensversicherungen konnten daher in den vergangenen Jahren erstaunliche Renditen zwischen 8 und 12% erzielen.

Deutsche Lebensversicherer müssen zum einen eine Mindestverzinsung von derzeit 2,25% garantieren, zum anderen dürfen maximal 35% des Vertragsguthabens in Aktien oder Fonds investiert werden. In der Realität liegt dieser Anteil oftmals weit niedriger, etwa bei 25%. Daher sind deutsche Lebensversicherungen in der Regel deutlich renditeschwächer.

Der Clou: Trotz der hohen Quote an Aktien und Fonds sind englische Lebensversicherungen erstaunlich sicher. So wird dem Anleger in Form einer Anteilsgarantie zugesichert, dass der Anteilspreis praktisch niemals fällt und zum Ende der Laufzeit den bis dahin höchsten Stand erreicht. Im schlimmsten Fall erhält der Anleger also wenigstens das eingezahlte Kapital nach Abzug der Kosten zurück. Ermöglicht wird dieses durch ein ausgeklügeltes Rücklagenverfahren.

Zudem werden die Abschlussgebühren für britische Lebensversicherungen auf die ersten fünf Jahre der Laufzeit verteilt, anders als bei deutschen Lebensversicherungen, die diese direkt zu Vertragsbeginn geltend machen.

Daher ist die britische Lebensversicherung eine ernstzunehmende Alternative um die deutsche Abgeltungssteuer zu umgehen, ohne auf die Renditen von Aktien und Fonds verzichten zu müssen.

Steuerlich wird die englische Lebensversicherung genauso behandelt, wie es bei deutschen Kapitalversicherungen, sprich der Rentenversicherung oder der Kapital-Lebensversicherung der Fall ist. So wird, in Abhängigkeit von der Auszahlungsvariante, nur ein bestimmter Anteil der Erträge versteuert. So müssen bei einer monatlichen Leibrente, die ab dem 65. Lebensjahr ausgezahlt wird, lediglich 18% der Vertragsanteile versteuert werden. Dieses würde einer Besteuerung von insgesamt 5,04% auf die Erträge entsprechen, 23% weniger als bei der Abgeltungssteuer.

Bei einer Einmalzahlung des Vertragsguthabens sind immerhin 50% der Erträge steuerfrei, auch das stellt einen Vorteil gegenüber der direkten Anlage in Fonds oder Aktien dar. Die englische Lebensversicherung eignet sich daher sowohl als Altersvorsorge, als auch beispielsweise zur Absicherung einer Baufinanzierung.

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