Abgeltungssteuer kommt zum 1.1.2009
Nachdem die Sparerfreibeträge in den letzten Jahren kontinuierlich gekürzt wurden, kommt nun ein neuer Hammer auf die deutschen Kapitalanleger zu. Die Bundesregierung hat am 25. Mai 2007 die Unternehmenssteuerreform beschlossen, welche mit einer einschneidenden Änderung für deutsche Anleger einhergeht.
Ab dem ersten Januar 2009 werden Kapitalerträge jeglicher Form pauschal durch die
Abgeltungssteuer besteuert. Bisherige Schlupflöcher, wie beispielsweise die Spekulationsfrist bei Wertpapieren, Fonds und Zertifikaten, sowie das Halbeinkünfteverfahren bei Dividenden, fallen dann weg. Der Abgeltungssteuersatz liegt dann pauschal bei 25%, zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer (aufsummiert 28%). Zwar ist die Besteuerung von Kapitalerträgen durch eine Abgeltungssteuer keine Neuheit, doch international ist der deutsche Abgeltungssteuersatz einer der höchsten.
Die Abgeltungssteuer ist eine Quellensteuer. Sie wird also direkt von den Kreditinstituten an das Finanzamt abgeführt, wenn die erteilten Sparerfreibeträge ausgeschöpft sind. Letztere werden im Rahmen der Abgeltungssteuer zum Sparerpauschbetrag und lauten auf 801 Euro für Alleinstehende, 1602 Euro für zusammen veranlagte Ehepartner.
Die Steuerschuld gilt mit Abführung der Abgeltungssteuer durch die Bank als beglichen, der Sparer ist dann nicht mehr verpflichtet, seine Kapitaleinkünfte im Rahmen der eigenen Steuererklärung erneut anzugeben. Von Vorteil ist die Abgeltungssteuer also dann, wenn Sie vor allem auf festverzinsliche Geldanlagen setzen und Ihr persönlicher Steuersatz über 25% liegt, da Sie Ihre Kapitalerträge nicht mehr zum persönlichen Steuersatz versteuern müssen.
Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unterhalb der Abgeltungssteuer, erhalten Sie im Rahmen Ihrer Steuererklärung zuviel gezahlte Beträge zurück, vorausgesetzt, Sie denken daran, diese zu veranlagen.
Besonders hart trifft die Abgeltungssteuer langfristig orientierte Anleger, die auf renditestarke Aktien, Fondsanteile oder
Zertifikate setzen. Vor allem im Bereich der Altersvorsorge gibt es für jüngere Sparer keine ernst zu nehmenden Alternativen zu diesen Formen der Geldanlage.
Wie genau sich die Änderungen ab 2009 im Einzelnen auswirken, wie man die Abgeltungssteuer umgehen kann und welche Maßnahmen Sie unbedingt ergreifen sollten, erfahren Sie auf unseren Seiten.